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Wie man Wilder Wein anbaut

Parthenocissus quinquefolia

Mehrjährig

Wilder Wein ist eine wüchsige, selbsthaftende Kletterpflanze, die vor allem wegen ihrer spektakulären karminroten Herbstfärbung angebaut wird. Bedeckt große Wände schnell mit Haftscheiben. Äußerst winterhart und standorttolerant. Regelmäßiger Schnitt nötig, um sie von Dachrinnen und Fenstern fernzuhalten.

Parthenocissus quinquefolia
Höhe
1200 cm
Breite
500 cm
Licht
Sonne bis Halbschatten
Wasser
Gering
Düngen
Selten erforderlich
Schneiden
Mindestens zweimal jährlich schneiden

Jahreszyklus

|
Jan
Winterruhe
Feb
Winterruhe
Mär
Winterruhe
Apr
Frühjahrswachstum
Mai
Wachstum
Jun
Wachstum
Jul
Wachstum
Aug
Wachstum
Sep
Wachstum
Okt
Wachstum
Nov
Laubfall
Dez
Winterruhe

Pflegewesentliches

Braucht selten Düngung. Eine Kompostmulchschicht an der Basis im Frühjahr ist für junge Pflanzen hilfreich, etablierte Exemplare sind selbstgenügsam.

Achten auf

  • Wachstum in Dachrinnen und unter Dachziegel
  • Haftscheiben beschädigen Putz oder Anstrich
  • Japankäfer (in manchen Gebieten)

Pflegeanforderungen

Licht

Äußerst anpassungsfähig, volle Sonne bis tiefer Schatten

Gedeiht in jeder Lage. Die Herbstfärbung ist in voller Sonne am intensivsten; im tiefen Schatten zeigt das Laub eher Gelbtöne als Rot.

Bewässerung

Nach Eingewöhnung trockenheitstolerant

Im ersten Wachstumsjahr regelmäßig gießen, damit die Wurzeln Fuß fassen können. Ausgewachsene Pflanzen benötigen kaum Zusatzbewässerung, außer bei länger anhaltender Trockenheit.

Düngung

Selten erforderlich

Eine Mulchschicht aus gut verrottetem Kompost im Frühjahr um die Basis junger Pflanzen reicht aus. Etablierte Pflanzen benötigen keine zusätzliche Düngung.

Schnitt

Mindestens zweimal jährlich schneiden

Im Sommer kräftig zurückschneiden, damit das Wachstum Dachrinnen, Fenster und Dachabschlüsse nicht erreicht. Im späten Winter einen Formschnitt im ruhenden Zustand durchführen. Verträgt starken Rückschnitt falls eine Verjüngung nötig ist.

Überwinterung

Vollständig winterhart, kein Schutz erforderlich

Winterhart bis mindestens -20°C. Die Pflanze ist laubabwerfend und verliert im Herbst ihr gesamtes Laub — das ist normal.

Anbautipps

Selbsthaftend, aber Haftscheiben können weichen Putz beschädigen

Wilder Wein haftet mit Klebescheiben — kein Draht oder Spalier erforderlich. Diese Haftscheiben können jedoch weichen Putz, Kalkverputz oder porösen Ziegel beschädigen. Nur an Holz, hartem Stein oder Mauerwerk befestigen.

Mindestens zweimal jährlich schneiden

Im Sommer zurückschneiden, damit das Wachstum von Dachrinnen, Fenstern und Dachabschlüssen ferngehalten wird. Im späten Winter einen Formschnitt im ruhenden Zustand durchführen. Ungeschnittene Pflanzen können Dachrinnen verstopfen und Dachziegel innerhalb einer Saison anheben.

Beeren für Menschen giftig, für Vögel wertvoll

Die kleinen dunkelblau-schwarzen Beeren, die im Herbst reifen, sind für Menschen in größeren Mengen giftig; ob sie für Haustiere unbedenklich sind, ist nicht bestätigt. Sie sind jedoch eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel wie Drosseln und Amseln — wenn möglich stehen lassen.

Herbstfärbung bei voller Sonne am schönsten

Das spektakuläre scharlachrote und karmesinrote Herbstbild ist bei guter Sonneneinstrahlung am intensivsten. Im tiefen Schatten neigt das Laub dazu, gelbgrün statt rot zu werden, und das Farbbild fällt deutlich schwächer aus.

Schädlinge & Krankheiten

Schädling Dickmaulrüssler

Erkennung: Die Käfer fressen im Frühling und Sommer Kerben in die Blattränder, doch sind es die cremefarbenen Larven, die durch Wurzelfraß im Herbst und Winter ernsthaften Schaden anrichten. Befallene Pflanzen welken plötzlich und können absterben.

Biologische Behandlung:
  • Nematoden (Steinernema kraussei) Ende Sommer oder Anfang Herbst in feuchten Boden einbringen, wenn die Larven noch klein sind.
  • Ausreichende Bodenfeuchte für das Überleben der Nematoden sicherstellen.
Schädling Blattläuse

Erkennung: Blattlauskolonien können sich im Frühling an neuen Triebspitzen und den Blattunterseiten junger Blätter ansiedeln und Blattkräuselung sowie vermindertes Wachstum verursachen. Werden meist von natürlichen Feinden reguliert.

Biologische Behandlung:
  • Natürliche Feinde wie Marienkäfer und Florfliegen fördern.
  • Bei starkem Befall an erreichbaren Trieben einen kräftigen Wasserstrahl oder ein Insektizidseifenspray einsetzen.
Schädling Japankäfer

Erkennung: In betroffenen Regionen (hauptsächlich Nordamerika) skelettieren die erwachsenen Käfer die Blätter im Sommer rasch, sodass nur noch die Blattadern übrig bleiben. Kann große Pflanzenteile entblättern.

Biologische Behandlung:
  • Käfer morgens von Hand ablesen, wenn sie träge sind.
  • In Gebieten mit hohem Befallsdruck zugelassene Fallen oder Neem-Sprays einsetzen.
  • Regionale Regelungen beachten, da dieser Schädling in weiten Teilen Europas nicht vorkommt.
Krankheit Echter Mehltau

Symptome: Weißer pudriger Belag auf der Blattoberseite, typischerweise im Spätsommer nach heißen Trockenphasen mit anschließend schwülen Nächten. Mehr verunstaltend als tödlich.

Behandlung: Luftzirkulation durch Auslichten dichter Bereiche verbessern. Überkopfbewässerung vermeiden. Befallene Blätter sofort entfernen. Ein verdünnter Natronspray oder ein schwefelhaltiges Fungizid kann das Fortschreiten verlangsamen.

Vorbeugung: Gieße morgens am Fuß, vermeide einen trockenen, windstillen Standort und mulche, damit die Wurzeln gleichmäßig feucht bleiben.

Krankheit Blattfleckenkrankheit

Symptome: Kreisförmige braune oder schwarze Flecken mit gelben Höfen auf den Blättern, verursacht durch verschiedene Pilzerreger. Tritt meist in nassen Sommern oder bei dauerhaft feuchtem Laub auf.

Behandlung: Befallene Blätter entfernen und entsorgen; nicht kompostieren. Beim Gießen das Benetzen des Laubs vermeiden. Gute Luftzufuhr an der Pflanzenbasis sicherstellen.

Vorbeugung: Entferne im Herbst abgefallenes Laub, gieße am Fuß statt über die Blätter und halte den Wuchs so licht, dass die Luft durchziehen kann.